Kommentar zu 'Symbole der Wandlung'

bearbeitet von Esther Keller-Stocker

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Version vom 23.10.2018

Einleitung

C. G. Jung stellt in diesem Buch "Symbole der Wandlung" seine Theorie von Bewusstsein und dessen Beziehung zum Unbewussten dar.

Dabei geht er aus von den Tagebüchern einer jungen Amerikanerin. Er nennt sie «Frank Miller». Sie war anfangs des 20. Jahrhundert an Schizophrenie erkrankt. C. G. Jung orientiert sich ausschliesslich an ihren Schriften, die von ihrem Psychiater im Jahr 1906 in einer Fachzeitschrift veröffentlicht wurden. Aus dieser Fachzeitschrift hatte C. G. Jung ihre Schriften übernommen. Miss Miller persönlich hat er nie gekannt.

In seinem Buch trägt viel schriftliches Material zusammen, um seine These vom kollektiven Unbewussten und den Archetypen zu stützen. Es ist schrifliches Material aus verschiedenen Jahrhunderten und Kulturkreisen. Wichtige Figuren, die in seinem Buch vorkommen sind etwa:

Mithras

Mithas

Hiob

Hiob

Dr. Faust

Dr. Faust

Die erste Fassung seines Buches kam 1911 heraus, als C. G. Jung 36 Jahre alt war. Er selber schreibt, dass zu dieser Zeit seine zweite Lebenshälfte begonnen habe. Und in der zweiten Lebenshälfte erhält das Leben häufig eine neue Ausrichtung.

Wichtige  Mitarbeiterinnen von C. G. Jung waren Marie-Louise von Franz (1915-1998) und Jolande Jacobi (1890-1973)

Marie-Louise v. Franz

M.-L. v. Franz

C. G. Jung

C. G. Jung

Jolande Jacobi

Jolande Jacobi

Miss Miller

Die junge, knapp 20jährige Miss Miller beginnt ihre Aufzeichnungen mit der Schilderung einer ausgedehnten Europa-Reise um 1900. Auf dieser Reise zieht sie sich immer mehr in sich zurück und gibt sich ihren Betrachtungen von Landschaften und einheimischen Bräuchen hin. Vor Sizilien freundet sie sich mit italienischen Marineoffizieren an und unterrichtet sie spasseshalber in Englisch. Eines Nachts hört sie einen der Offiziere singen. C. G. Jung meint, man könne nun annehmen, dass Miss Miller über diesen Italiener, der nachts voll Inbrunst auf der Schiffsbrücke singt, ins Schwärmen gerät. Doch sie kommentiert das Ereignis mit keinem Wort. Stattdessen regt sie sich über die Bettler auf, die sie am folgenden Tag in den Strassen von Catania antrifft.

Cantania Sizilien

Catania mit dem Ätna im Hintergrund

Auf ihrer weiteren Europareise beschleicht die junge Frau aber eine gewisse Unruhe. Für C. G. Jung ein Indiz dafür, dass ihr der Marineoffizier mehr beeindruckt hat, als sie wahrhaben will. Sie kann kaum mehr schlafen und träumt von einem Schöpfer, der zuerst den Ton, dann das Licht und zuletzt die Liebe erschuf. Dabei erschallen Milliarden von Sternen im Chor zum Lobe dieses Schöpfers. Sie schreibt ein Gedicht, das ein paar Monate später fertig ist.

Als der Ewige zuerst den Ton schuf, entsprang eine Myriade Ohren zu hören. Und durch das ganze Weltall, da grollte ein Echo tief und klar: „Allen Ruhm dem Gott des Tons!“  Als der Ewige zuerst das Licht schuf, entsprang eine Myriade Augen zu sehen. Und Ohren, die hören und Augen, die sehen, Erhoben aufs neue einen mächtigen Chor: „Allen Ruhm dem Gott des Lichts.

Als der Ewige zuerst die Liebe schuf, entsprang eine Myriade Herzen ins Leben, Ohren füllten sich mit Musik, Augen mit Licht, erschallen mit Herzen, übervoll mit Liebe weithin: Allen Ruhm dem Gott der Liebe.

GerolzhofenC. G. Jung hält fest: Miss Miller befand sich während der Europareise in einem introvertierten Zustand und liess sich ganz von ihren Tagträumen leiten. Diese Träumereien nennt C. G. Jung subjektives Denken. Da sie den italienischen Seemann verdrängt hatte, träumte sie an dessen Stelle von einem Schöpfer, der von Myriaden von Sternen besungen wird.

Pfarrkirche in Gerolzhofen, Anfang 17. Jahrundert

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Text und Design: Esther Keller-Stocker (Schweiz)
Revidiert 23.10.2018