Kommentar zu 'Symbole der Wandlung'

bearbeitet von Esther Keller-Stocker

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'Himmel und Erde' von Lord Byron

2. Teil

3. Szene (A)

Japhet befindet sich nun vor der Höhle im felsigen Gebirge und trauert über die Gegend, die ewig scheint, doch bald in den Fluten versinken wird, und dabei kein erhabener Baum und kein Stein stehen bleibt. Aus den Tiefen der Höhle wird das Wasser hervorbrechen, und statt Löwen werden sich dort Delphine tummeln. Japhet gedenkt all der Menschen, die in den Wasserfluten ihr Grab finden:

Der Mensch – o Menschen! Meine Brüder! Wer wird über eurem weiten Grabe weinen? Ach, warum bin ich besser als ihr seid, dass ich euch überleben soll?

Japhet ringt sich zur Erkenntnis durch, dass er nicht besser ist als sie sondern bloss der Sohn des „Auserwählten Jehovas“. Aber alle anderen Myriaden Lebewesen werden ohne Unterschied ins Grab versinken. Hier beginnt eine Umkehr der Werte im Bewusstsein Japhets, die durch das Gespräch mit den Geistern noch verstärkt wird. Diese tauchen nun aus der Höhle hervor und frohlocken:

Frohlockt! - Das verhasste Geschlecht, das sich betrog um Edens hehres Recht, vom Schimmer angelockt des Wissens ohne Macht, versinkt in Nacht und – Tod!

Niemand wird übrig bleiben. Doch Japhet entgegnet den Geistern:

Scary Stories to tell in the Dark
Scary Stories to tell in the Dark
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'Scary Stories to tell in the Dark' aus
'The Art of Stephen Gammell'

Mein Vater! – denn der Erde Samen soll nicht untergehn; das Böse nur soll weggefegt werden vom Tageslicht. – Hinweg ihr johlenden Dämonen der Öde! Wer von euch mag noch schauerlich frohlocken*, wenn Gott zerstört, vor dem ihr selbst erbebt? – Hinweg von hier! Zurück in eure Klausen.

Gegenüber den Geistern nimmt Japhet zunächst die Meinung seines Vaters ein, doch diese wandelt sich nun mit den Fragen der Geister. So fragt ihn ein Geist: ob die Verschonten nach der Flut bessere Menschen sein werden, glücklichere und zufriedenere? – Nein, sie werden genau die gleichen bleiben, essen, trinken, heiraten und Kriege führen. Im Gegenteil: da auch die Riesenhelden, die Nachkommen der Himmelssöhne und der Erdentöchter nicht mehr sind, werden die Nachkommen Noahs geschwächt aus der Sintflut hervorgehen. Und dann erzählt der Geist, weshalb sie hier sind:

Wir alle liessen in der Himmels Pracht leer unsre Throne stehn und wollten lieber wohnen im Dunkeln hier, als unsre Kumpels einsam dulden sehn. Geh, Wurm! Und zeuge weitere arme Schlucker wie du selbst einer bist – Lebe! Und wenn das vernichtende Wasser brüllt über das, was es getan hat, beneide dann nicht mehr die Riesen-Patriarchen. Verachte deinen Vater als den Überlebenden! Dich selber, weil du sein Sohn bist (S. 160f.*).

Hier ist Noah nur ein Wurm, der sich feige den Fluten entzieht und Schwächlinge zeugt. Auf diesen Vorwurf reagiert Japhet mit patriarchaler Überheblichkeit, spricht von Allmacht, Licht und ewiger Versöhnung, von einer neuen Schöpfung ohne Sünde – wo Hölle, Finsternis sich ins Nichts auflösen:

…. Den dunklen Bann der ewige Wille wird auf ewig lösen, den bangen Traum des Guten und des Bösen, versöhnt mit allen Zeiten, allen Dingen, sie sammelnd unter seiner Allmacht Schwingen, und dann versinkt vor Strömen seines Lichtes die Hölle in Nichts!
Er gibt der ersten Schönheit Glück der neugeborenen Welt zurück, ein unvergänglich Paradies, das nie durch Sünde wird verloren gehen, und Gutes wird durch Teufel selbst geschehn. (S. 163)

Die Geister fragen ihn, wann sich dieses Wunder ereignen wird. Japhet antwortet:

Wenn der Erlöser kommt, dass Er uns rette, zuerst in Knechtsgestalt und Leid und dann in Herrlichkeit.

Ein Erlöser, der durch die patriarchale Norm getötet wird, und durch den Tod in Herrlichkeit die patriarchale Norm wieder auferstehen lässt? – Diese Situation hat er hier mit der Sintflut, der Erlöser ist ein Kollektiv, nämlich die «Gefallenen», die Japhet auch „Brüder“(«Fellow-Beings», p. 215), nennt.

3. Szene (B)

Erzengel

Anah und Aholibama treten mit ihren Engeln zu Japhet. Anah entschuldigt sich schon einmal dafür, dass sie den Engel liebt statt Japhet. Darauf antwortet dieser:

Möge es Gott, der bald nicht mehr vergeben wird! – Denn du wardst schwer versucht (S. 167).

Erzengel Raphael von Bartolomé Esteban Murillo (1617-1682)

Paff! – da hat sie die Patriarchen-Keule! Obwohl er gar kein Recht hat, darüber zu entscheiden, wen Anah liebt und wen nicht. Das sieht auch Aholibamah so:

Fort in dein Zelt, du frecher Sohn des Noahs. Wir kennen dich nicht.

Und der Engel Samiasa fragt ihn:

Oh Sohn des Patriarchen, welcher stets aufrichtig war vor Gott, was auch dein Schmerz ist – Denn Gram und Zorn mischt sich in deinem Wort, - was Leides taten wir dir an?

Japhet

Was Leides? Der Leiden grösstes! – Doch du redest wahr: Obwohl sie Staub ist, ich war ihrer nie, konnt‘ ihrer nie wert sein. – Anah – lebewohl! Ich sprach dies Wort so oft, - ich spreche es jetzt.

Trotz Abschied liebt er Anah noch und fragt, ob die Engel die schönen Kinder Kains retten können? – Jetzt bricht der Schalk des Dichters hervor, denn Azaziel fragt:

Wovor?

Japhet

Wie? Ist es so? Ihr wisset auch nicht? – Engel! Engel! Ihr habt teil an Menschensünd‘ und müsst vielleicht die Strafe teilen, oder doch den Gram, der mich erfüllt?

Und Samiasa wundert sich:

Gram? – Nie hab‘ ich geglaubt, dass mir ein Mensch in Rätseln sprechen werde.

Japhet hat den Verdacht, dass die Engel genau so verloren sind wie die Menschheit.

Anah

Ah! Er (Japhet) spricht von Tod!

Samiasa

Von Tod zu uns und denen, die uns folgen! Erschiene er nicht voll Gram, ich könnte lächeln.

Kain flieht vor Jehovas Fluch

Samiasa deutet hier an, dass die beiden Mädchen durch die Engel genauso gerettet werden, wie Japhet und Noah durch den Allmächtigen. Doch Japhet versteht das nicht. Er hält fest, dass er die beiden Mädchen retten will vor allem Anah, von der er träumte, sie sei die Tochter Abels, also aus frommen Geschlecht und nicht ein „finsteres Kind Kains». Aholibamah verteidigt darauf ihren Grossvater Kain:

aus «Kain flieht vor Jehovas Fluch» 1880
von Fernand Cormon, wikimedia.com

Er war der Vater unserer Väter, war der erstgeborene, stärkste, tapferste, ausdauerndste; - soll ich für ihn erröten, von wem haben wir unser Dasein? Sieh unser Volk, sieh seine Schönheit, seinen Wuchs und Mut und seiner Tage Anzahl. (teilweise aus englischer Version, S. 234)

Und greift Japhet wegen der protzigen Arche an und fragt ihn, wer denn die Welt untergehen lässt:

Wie? Dieser Träumer schreckt mit Noahs Arche, das Schreckgespenst, der die Welt verschüchtern soll, auch meine Schwester? Sind wir nicht Geliebte von Engeln? Müssten wir, wenn wir’s nicht wären, an Noah’s Sohn uns klammern, um zu leben? Besser so … Jedoch der Schwärmer träumt den schlimmsten Traum, erzeugt von glühenden Nachtwachen und von hoffnungsloser Liebe (teilweise aus englischer Version, S. 235).

Aholibama glaubt nicht an die Sintflut. Wer soll das tun? Darauf antwortet Japhet:

Es ist Gottes Wort: Die Welt, die vor dem Wort ins Leben sprang. Ha! Lächelst du verächtlich? Frag deinen Seraph, der kein Seraph ist, wenn er es nicht bezeugt (S. 172).

3. Szene (C)

Noah verflucht seinen Enkel Kanaan

Noah tritt auf und fragt Japhet:

Japhet, was hast du zu tun mit «Kindern der Verlorenen»? Fürchtest du nicht ihr Strafgericht zu teilen?

Nochmals die Patriarchen-Keule, die nun den Sohn trifft.

Gustave Doré: «Noah verflucht seinen Enkel Kanaan»

Japhet liebt Anah und weicht jetzt von der Wertung Noahs ab und übernimmt die der Frauen:

Ist es Sünde, Vater, erdgeborene Wesen zu retten? Siehe, diese sind nicht sündig, da sie Genossenschaft der Engel haben? (S. 172)

Doch Noah wettert in seiner Selbstgerechtigkeit drauflos:

Die also sind es, die Gottes Thron verlassen, um Weiber aus dem Stamme Kains zu nehmen, die Söhne Gottes, welche nach der Schönheit der Erdentöchter schauen?

Engel Azaziel gibt ihm recht:

Patriarch – Du sagst es. (S. 172)

Damit zeigt er seine Überlegenheit! Es ist so! Er gibt dieser Gegebenheit aber eine andere Wertung. Doch Noah wettert weiter:

Wehe, wehe solcher Buhlschaft! Schuf Gott nicht eine Schranke zwischen Himmel und Erde und setzte Grenzen, Art zu Art?

Doch mit diesem Statement hat er sich verhauen, denn Samiasa kontert:

Schuf Gott den Menschen nicht nach seinem Bilde?

Und weiter fragt Samiasa:

Liebt Gott nicht, was er schuf? Und sollen wir nicht nachahmen, nacheifern seiner Liebe, zu der erschaffnen Liebe? (S. 173)

Woraus Noah keine Antwort als die der ewigen Verdammnis kennt.

3. Szene D

Da rauscht Erzengel Raphael vom Himmel herab und gebietet den beiden Seraphen in den Himmel zu kommen zum seligen Chor der erwählten Sieben und Gott zu lieben. Doch Samiasa begegnet dem Raphael:

Raphael! Erster und herrlichster von Gottes Söhnen! Seit wann ist es Verrat für Engel, diese Erde zu verschönen? Die Erde, deren Pfad der Fuss Jehovas selber oft betrat? Die Welt, die Er zum Lieben hat gemacht? (S. 174)

Jetzt kommt es aus: Jahwe selber wandelt OFT auf der Erde, die er zum LIEBEN gemacht hatte. Und wenn man da in der Bibel weiterspinnt …. Wie war das mit Sarah und den drei Männern mitten in der Wüste? Jedenfalls heisst es in I. Mose 21,1-2:

Der Herr aber nahm sich Saras an, wie er gesagt hatte, und der Herr tat an Sara, wie er geredet hatte: Sara wurde schwanger und gebar Abraham in seinem Alter einen Sohn, zu der Zeit, die Gott angekündigt hatte.

Jahwe hat Sarah heimgesucht und den Isaak gezeugt, und das Kind dem Abraham untergeschoben.

Und gleich danach mit Hagar, die wegen ihrem frechen Mundwerk von Sarah samt ihrem Söhnchen Ismael aus dem Haus verstossen wurde. Erschöpft kam Hagar an einem Brunnen an, und da war er schon und tröstet die Weinenden: zu einem grossen Volk will er Ismael machen! (I. Mose 21,17ff.).

Auch Eli („der Erhabene“) hat mit Hannah den Propheten Samuel gezeugt (I. Sam. 1) und der „Fremde auf dem Felde“ mit der „Frau Manoahs “ den Richter Simson (Ri. 13).

Mariae Verkündigung

Und wie war das mit der Maria im Neuen Testament, die auf Geheiss Gottes vom Engel Gabriel geschwängert wurde (Lk 1,26ff.)?

Mariae Verkündigung von John Collier 1934 aus "ruediheinzer.ch"

In einem jüdischen Vortrag, den ich vor Jahren besucht hatte, wusste es der Rabbiner ganz genau: «Der Engel sei ein römischer Offizier gewesen!“ - Als ob ein jüdisches Mädchen einen Engel nicht von einem hergelaufenen Römer unterscheiden könnte!

In „Himmel und Erde“ verteidigt sich Raphael:

Zum Himmel euch zu rufen bin ich hier, durch Gottes Wort, das ewig teuer mir, doch ist sein Auftrag minder teuer kaum (S. 175)
(Vgl. englischer Text, p. 241)

Raphael kommt dann auf Satan und Gott zu sprechen:

Unser Bruder Satan ist gefallen! Sein brennender Wille wagte es (dies) zu ertragen statt länger Gott zu dienen. Ihr aber, unbefleckt, schwächer als er, der Mächtigste von allen, bedenkt, wie Gottes Zorn ihn niederstreckte! (S. 176, vgl. englischer Text S. 241.)

Das «Wort Gottes» ist dem Raphael ewig teuer und dies bedeutet, sich der göttlichen Ideologie unterzuordnen. Bei Rebellion wird gedroht mit dem Tod oder der ewigen Verdammnis. Etwas weiter unten sagt Raphael den schwierigen Satz:

Ich liebt‘ ihn (den Satan)! Schön war er! – Oh Himmel! Nur die des Schöpfers - diese Schönheit und diese Kraft (Gottes) war seit jeher wie die eines Satans. Könnte die Stunde, in der er fiel je vergeben werden!* Dieser Wunsch ist gottlos ... (S. 176)

Machtkämpfe unter Männer und lese ich das richtig, geht es hier um verletzte Männerliebe? Weiter begreift Raphael nicht, warum die beiden Engel sich nicht der Schönheit Gottes erfreuen wollen sondern den Verlockungen der beiden irdischen Frauen erliegen:

Und ihr des Weibes Lockung. – Schön ist sie! Der Schlange Flüstern war so lockend nie als ihre Küsse sind. Der Schlange Raum war nichts als Staub. Sie aber lockt, himmlischem Recht zuwider des Himmels Heerschar auf die Erde nieder. Flieht! Flieht von hinnen! Ihr sterbet nie! Sie aber werden vernichtet, während ihr mit Schreien den oberen Himmel füllet um den Staub. Eure Trauer wird die Sonne überdauern, die ihm (also dem Staub, d.h. den Mädchen) einst Tag gab.
(Vgl. englischer Text S. 242.)

Portrait von W.A. Bouguereau

„Schlange – Weib – Staub“ und um so was wollen die Engel ewig trauern! Das übersteigt die Phantasie eines Erzengels. Während Aholibamah am Anfang noch vermutete, die Engel werden nach ihrem Tod eine andere Frau lieben, ist sich Raphael gewiss, Samiasa und Azaziel werden diesen Frauen ewig treu bleiben und den Himmel mit ihrem Wehklagen erfüllen.

Portrait von
William Adolphe Bouguereau,
aus Pinterest

Aholibamah hört nun das Rauschen des Ozeans, erkennt die Gefahr und bittet die Engel zu fliehen während sie tapfer ihrem Ende entgegensieht:

Flieht, Seraphim! Zu ewigen Auen droben, wo Sturm nicht heult, noch Wasser toben! Wir sind des Todes Erben, und ihr könnt nimmer sterben, doch welches besser sei, ein ewig Leben oder ewig Grab, das weiss der Eine nur, der beides gab. (S. 178)

Anah pflichtet ihr bei:

Und sind wir denn dem Tod geweiht, und soll ich dich verlieren, Azaziel? Oh mein Herz! Mein Herz! Du hast dies Alles prophezeit, und warest doch voll Seligkeit: der Schlag, obwohl nicht unerwartet, fällt wie neu.
(S. 178, vgl. englische Version, S. 245).

Anah beschwört Azaziel zu fliehen. Dann spricht sie von den Geistern, die sich ihr in Liebe nahten und ihr Erkenntnis brachten und dafür jäh vom Sternenthron in eine Welt der Nacht gestürzt wurden. – Meint sie hier die Geister, mit denen Japhet sprach? Dann fleht sie Azaziel wieder zu fliehen und nicht um sie zu trauern.

Japhet bittet nun seinen Vater, Anah mit auf die Arche zu nehmen, sonst wolle er auch sterben. Doch versteinert in der eigenen Moralvorstellung sagt Noah zu Japhet:

Still, Kind der Torheit, still! - Wenn nicht dein Herz, dein Mund doch sollte zagen Gott anzuklagen. Lebe auf Sein Wort und stirb auf Sein Gebot, ungleich dem Samen Kains gerechten Tod; stumm dulde, wenn dein Gram nicht weichen will (S. 179).

Es ist im Sinne des Allmächtigen: Die Mädchen müssen sterben den gerechten Tod für die Tat ihres Grossvaters Kain – ein gut alttestamentliches Motiv, (vgl. II. Mose 34,7).

Raphael warnt die Engel Samiasa und Azaziel nochmals:

Seraphim! Lasst Leidenschaft aus Menschen sprechen. Ihr, ohne Leidenschaft und rein, kehrt zurück mit mir! (S. 180).

Doch die Seraphen bleiben bei ihrem Entschluss. So sagt Samiasa:

Es kann nicht sein. Wir wählten, und wir bleiben hier.

Und Azaziel bestätigt:

Er hat’s gesagt. Ich sage Amen!

Darauf verstösst sie der Erzengel Raphael aus dem Himmel. Doch das interessiert die beiden Engel nicht. Sie haben sich entschieden, bei ihren irdischen Frauen zu bleiben und sie auf einen fernen Stern zu bringen. Einem Stern, der ausserhalb der Reichweite des Allmächtigen ist. Es geht ihnen um die moralische Entscheidung, um Treue und nicht um Ideologie und Versteckspiele eigener Begierden.

Unterdessen steigt das Wasser und Japhet, seiner Rettung gewiss, trauert um die beiden jungen Frauen:

Ach, welches Los erwartet sie? - Horch! Dumpf und dumpfer schallen heulende Stimme aus dem Berge Bauch; es regt sich auf den Höhn kein Windeshauch, doch bebt das Laub und alle Blüten fallen; die Erde stöhnt wie unter schwerer Last.

Während Japhet die Katastrophe immer noch aus dem Bauch des Berges, also aus der Grossen Mutter, wähnt, ist Noahs Blick auf den Himmel, dem Symbol des Grossen Vaters, gerichtet:

Horch! Horch! Die Meeresvögel schrein! - Wie Wolken ziehn sie im Gewimmel über den schweflig fahlen Himmel und flattern um den Berg, wohin zuvor ein weisser Flügel, von der Flut genetzt, nie stieg empor, selbst wenn der Sturm vom Meer sei fortgehetzt; bald wird er wie ein letztes Ufer winken. Und dann – versinken! (S. 181)

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Text und Design: Esther Keller-Stocker (Schweiz)
Leicht revidiert im Dezember 2017