Aruna

Sehr geehrte Frau Keller,

Aaron und Varianten sind für mich Ableitungen von AAR RAA NOS. Die Hebräische Form Aharon dürfte eine volksetymologische Uminterpretation sein, wie Abram Abraham, dessen originale Form ABA BRA gewesen sein dürfte, Vater ABA rechter Arm BRA : der den Willen des himmlischen Vaters mit seinem rechten Arm ausführt ... Der himmlische Vater wäre AAR RAA NOS, der seinen Namen auch dem Ort Harran oder Haran gab, der nördlichen Wirkungsstätte von Abraham, so dass Aaron auch Harraner oder Haraner bedeuten könnte, oder allgemeiner: der in der Tradition von Abraham von Harran oder Haran wirkt.
Kennen Sie den Göbekli Tepe, vierzig Kilometer nördlich von Harran/Haran, die grösste archäologische Entdeckung seit Lascaux? Die runden Steinpfeiler-Tempel sind 11'600 Jahre alt. In einer Kammer der mittleren Phase, über 10'000 Jahre alt, fand sich ein grosser Ring aus Kalkstein. Wenn man gerade von vorn durch den Ring blickt, sieht man ein gerahmtes Stück Himmel in Form eines runden Kopfes mit Ohren, bestehend aus nichts anderem als Luft und Licht

http://www.seshat.ch/home/ouranos.JPG
Leider wurde der Ring ein wenig schräg aufgenommen, aber die Idee bleibt erkennbar. Ich habe diesen Kopf mit Ouranos identifiziert und seinen Griechischen Namen in der hypothetischen Ursprache von Eurasien gedeutet: AAR RAA NOS, mind NOS of the one composed of air AAR and light RAA ... Isaac, auf dem Weg nach Harran/Haran, schlief in der Wildnis von Judaea. In der Nacht erschien ihm der Herr auf einer Himmelsleiter, in einer Aureole, hoch oben in der Luft, von Licht umgeben - das sind wieder die Elemente des Himmelsgottes vom Göbekli Tepe. Am nächsten Morgen stellt Isaac zu Ehren des Himmlischen einen Pfeiler auf und giesst Oel darüber; das erinnert an die vielen Pfeiler des Göbekli Tepe, die auf der Oberseite kleine ausgeschliffene Schälchen aufweisen, die möglicherweise auch mit Oel gefüllt wurden ...
Ihre Idee, Yin und Yang auf die Bibel anzuwenden, finde ich sehr schön! Ich hätte sehr viel dazu zu sagen, aber nicht heute, gern ein andermal.
Freundliche Grüsse, Franz Gnaedinger, 30.08.2010


Sehr geehrte Frau Keller,

Sie haben die Briefe sehr schön ediert, wie überhaupt Ihre ganze Website. Es folgt eine geraffte archäologische Darstellung der Anfänge des chinesischen Yin und Yang, als Unterstützung Ihres theologischen Ansatzes gedacht, so wie ich ihn von Ihren E-mails her verstehe (wieder mit Kopien an die 'theologische' Silvia und meinen 'chinesischen' Bruder - unsere Mutter wurde in Shanghai geboren, und er nahm Kurse in chinesischer Medizin).

Klaus Schmidt, Ausgräber des Göbekli Tepe, nennt den grossen Steinpfeiler-Tempel D wegen der vielen in Reliefs dargestellten Tiere einen steinzeitlichen Zoo, und bezeichnet die beiden grösseren zentralen Pfeiler als männlich und weiblich. Meiner Meinung nach war dies der Tempel der Schöpfung, wobei die Hieroglyphen der zentralen Pfeiler vom Beginn der Welt erzählen. Die Feuer-Geberin PIR GID verfügte über das Wort )OG oder LOG. Sie rief ihre eine Schwester herbei, die Fell-Geberin BIR GID. Diese öffnete ihr Fell BIR und schöpfte den Urhügel aus dem Urmeer. Hierauf rief PIR GID der das Wort )OG oder LOG gehörte ihre andere Schwester herbei, die Fruchtbarkeit-Geberin BRI GID, welche den Urhügel zu einem Ring formte, solcherweise das schöpferische Prinzip der Zahl Zwei einführte, nämlich den Ring als Urerde AC und den Hohlraum in der Mitte als Urhimmel CA ... Das Wort )OG oder LOG erscheint als liegendes Oval zwischen zwei vertikalen Elementen, es stellt den Mund der sprechenden Priesterin der PIR GID dar, welche zwischen den beiden zentralen Pfeilern des Tempels steht. Das Fell BIR ist als nach oben offener Halbkreis wiedergegeben, und der Ring der Urerde AC und des eingeschlossenen Urhimmels CA als Ring im Halbkreis. Die weibliche Formel der Schöpfung lautet:

)OG BIR AC CA

wenn man will die erste Version von Genesis 1:1. Bemerkenswert ist hier, dass das Wort )OG oder LOG ('Am Anfang war das Wort logos, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott' - Beginn des Johannes-Evangeliums) einer Frau gehört. Hier die Hieroglyphen des rechten weiblichen Pfeilers (oben) und des linken männlichen Pfeilers (unten):

http://www.seshat.ch/home/gt01.GIF

Im Hohlraum des Rings der Urede und des Urhimmels AC CA erschien der Kopf eines Mannes bestehend aus Luft und Licht, AAR RAA NOS, Geist oder Seele NOS desjenigen der aus Luft AAR und Licht RAA besteht, nämlich der Himmelsgott, welchen die Griechen Ouranos nannten. Er ist im grossen Kalksteinring vom Göbekli Tepe zu sehen, ex negativo, als vom Stein gerahmter Ausschnitt des Himmels in Form eines runden Kopfes mit Ohren (der Ring auf dem Bild ist leider etwas schräg aufgenommen, aber die Idee bleibt erkennbar):

 http://www.seshat.ch/home/ouranos

JPG AAR RAA NOS war es zu eng im Ring, also rief er seinen einen Bruder, einen Halbgott, damit er ihn befreie. Dieser öffnete den Ring und bog ihn gerade, so dass der Gott freikam und von nun an in einem weiten Himmel über einer flachen Erde schwebt, worauf der andere Bruder des Himmelsgottes, auch er ein Halbgott, auf der Erde Gräben zog, damit das Wasser nicht alles Land überschwemme sondern in Flüssen geordnet einherziehe. PIR GID gefiel es, mit ihrer Fackel erwärmte sie den Himmel und das Wasser und das Land, worauf die Samen der BRI GID als Pflanzen aus dem Boden wuchsen und als Tiere aus Nischen und Spalten hervorkamen und die Welt mit vielfältigem Leben erfüllten ... Die Namen der drei Männer waren

AAR RAA NOS der Himmelsgott Ouranos

GIS BAL CA MmOS Gisch.Bil.Ga.Misch der ungestüme Gilgamesch

AD DA MAN der erste Bauer Adam

Der Ackerbau stammt aus der Region des Göbekli Tepe; am Fuss des Karacadag fand man das bisher älteste gezüchtete Getreide, Emmer oder Einkorn, wenn ich mich recht erinnere, über 10,000 Jahre alt. Der Göbekli Tepe markiert den Beginn der Epoche, die Neolithikum I genant wird. Die neue Kultur verbreitete sich in alle Richtungen. Sie dürfte auch den Norden Chinas und das Amur-Tal erreicht haben. Der Ring der Urerde und des Urhimmels wurde in der Chinesischen Philosophie zu einer abstrakten Idee verfeinert, nämlich zum leeren Urkreis Wu in dem sich das komplementäre Yin und Yang manifestierte, wobei Yin und Yang fliessend zu verstehen sind, angedeutet von der Tropfenform, und jedes eine Spur des anderen enthält. Zum Yin der Erde kam das Yang des Himmels. Jedes Yin hat ein Yang, und jedes Yang ein Yin. Komplementäre Aspekte zeigen sich überall, auch in den grossen philosophischen Fragen des Westens. Haben wir einen freien Willen? dann sind wir verantwortlich für unser Leben und können auch schuldig werden. Oder doch nicht? wird unser Leben von biologischen, psychologischen, ökonomischen, historischen und weiteren Gesetzmässigkeiten determiniert? in diesem Fall wären wir nicht verantwortlich und von Schuld freizusprechen. Es sind gleichsam zwei Perspektiven auf unser Leben, für den menschlichen Verstand unvereinbar, aber doch beide unverzichtbar, komplementär, einander gegenseitig ergänzend. Für mich persönlich ist Religion Transzendenz, was über unser Wissen hinausgeht. Will man unsere gesicherten Erkenntnisse und beherrschbaren Gesetzmässigkeiten als Yang bezeichnen, so wäre Yin dasjenige was wir noch nicht wissen, vielleicht bisweilen erahnen, in demütigem Staunen erfahren.
Mit freundlichen Grüssen, Franz Gnaedinger, 31.08.2010


Abraham - Schaddai

Sehr geehrter Herr Gnaedinger,

Besten Dank für Ihre informativen Erläuterungen.

Bitte, gern geschehen.

Was mich interessiert: Was heisst dann Aaron / Harran?

Ein Anhänger des Gottes im Himmel, eine sehr allgemeine Formel in einem Namen, wie etwa Christian, Christine oder Kerstin.

Abraham als „rechte Hand des Vaters“ ist eine gute Erklärung. In Fachkreisen aus dem 19./20. Jahrhundert gibt es ja auch Stimmen, die davon ausgehen, dass Abraham selber ein Gott war, und das würde passen. Abraham hat nach I. Mose 17 El Schaddai verehrt. El Schaddai wird allgemein als „Gott der Allmächtige“ übersetzt, heisst aber eigentlich „Gott der Brüste“. Wenn Abraham selber ein Gott gewesen war könnte El Schaddai seine Partnerin gewesen sein. – Aber diese Schlussfolgerung würde ich nicht in meine Theologie aufnehmen, weil zu spekulativ!

ABA BRA wäre Abraham als der rechte _Arm_ des Gottes, jener welcher den Willen des himmlischen Vaters ABA mit seinem rechten Arm BRA ausführt. Die rechte Hand hiess MAN, zum Beispielk AAR RAA MAN, jene welche den Willen desjenigen der aus Luft AAR und Licht RAA besteht, oder kurz des Himmlischen, mit der rechten Hand MAN ausführen, Ursprung von Armenier und Aramäer. Beide Wörter sind in BRA MAN kombiniert, Brahman welcher die Welt erschuf, indem er die Lyra spielte, mit seinem rechten Arm BRA und seiner rechten Hand MAN. In El Schaddai lese ich die Formel ) SchA DhAG, der fähige DhAG Herrscher SchA hat das Sagen ) oder L, ein klickendes L, man biege die Zunge nach oben, lasse sie dem Gaumen entlanggleiten und dann in ihr feuchtes Bett fallen, was mit ein wenig Uebung einen recht lauten Klick ergibt. ) und SchA habe ich schon erklärt. DhAG ist ein Wort von sehr grosser Bedeutung, es heisst fähig, taugen, ist präsent in (Werk)zeug, Ding, in Lateinisch dux 'Führer', in Englisch fox und Deutsch Fuchs, ein fähiger Führer durch das Unterwelt, die Sonne bei Nacht durch das unterirdische Labyrinth von Höhlen führend, auch als Seelenführer tätig, der oberste Keltische Gott war Dagda, von DhAG DhAG, der gute Gott im Sinne des fähigen Gottes der alles kann, Ugaritisch dingir 'Gott', Lateinisch deus Griechisch theos, beide Gott, Zeus Dios und Dis Pater, Tag, und so weiter. Das Wort ist auch für Frauen gebraucht worden, Diana, und eventuell SIG DhAG falls die Göttin der Zeichen von der Ile-de-France und dem Oberrhein auch in Sogdiana zugegen sein sollte, zwischen den Oberläufen des Oxos (Amu-Daja) und Jaxartes (Syr-Darja). DhAG ist auch präsent in Griechisch thygataer Englisch daughter Deutsch Tochter, im Kombination mit TYR für Ueberkommen im zweifachen Sinn von Herrschen und Geben.

Ich schicke Ihnen noch aus dem Mail der Altorientalistin namens Ellen, was sie über Aaron schreibt. Ich finde es sehr interessant. Und ich denke, an einzelne Personen darf ich ihre Erläuterung schon schicken:

Aaron: Ich habe gestern einiges dazu stichpunktartig zusammengestellt. Die Silbe ARWN lässt ich auf AR/IR/OR/ER usw. reduzieren. Es ist eine Silbe mit einem umfassenden Bedeutungsinhalt, der sich nicht mit einem oder zwei Wörtern übersetzen lässt und: Sie muss uralt sein, sie sollte wenigstens bis in die Jungsteinzeit zurückreichen. Woher das WN kommt, da habe ich eine Vermutung, bin mir aber noch nicht ganz sicher. Wahrscheinlich ist nur das N an sich wichtig. Bei Arinna wird es sich sicherlich schon um eine grammatikalische Struktur, vielleicht um eine Wortgruppe oder den Teil eines ehemals längeren Satzes handeln. Der Name Arinna ist höchstwahrscheinlich hattisch. Das sumerische Ideogramm ist URU.TÚL-na, TÚL ist "die Quelle, der Brunnen".

URU könnte wieder eine Variante von AAR RAA sein, der Gott im Himmel der aus Licht und Luft besteht. Es gibt allerdings auch die Variante NOS AAR RAA Noah, derjenige oder diejenigen welche dem Geist NOS der aus Luft AAR und Licht RAA besteht nachfolgen, diese Variante ist in Uruk präsent, Uruk of the cattle enclosure, Uruk des Viehgeheges, eine 'Arche' in der Mesopotamischen Flutebene, sowohl vor Hochwasser wie auch Feinden schützend. TUL könnte von DAL kommen, Tal, wo es Flüsse gibt, auch Teiche, Seen und Quellen, so wäre eine dem Himmlischen geweihte Quelle schon denkbar. Die Bedeutung von Wörtern wandelt sich im Lauf der Zeiten. Ich bin allerdings kein Spezialist in Sumerisch, also nehmen Sie meine Deutungen mit der gebotenen Vorsicht auf.

Ja, ist ARI(N)-na dann eine Quelle? Als Muttersymbol passt das natürlich.

Ebenfalls im Zusammenhang von AAR RAA NOS Ouranos und seiner Tocher REO Rhea, beide präsent in AAR RRA REO Arura Aare.

Ob die Übertragung allerdings genau das wiedergibt, was ursprünglich alles gemeint war, bleibt zumindest vorerst offen, denn die Sonnengöttin wurde erwartungsgemäß als Sonnenscheibe verehrt. Der hattische Name für die Sonne ist Eschtan, der sumerische Utu, der akkadische Schamasch usw., sie alle bieten nicht unbedingt einen Ansatz für eine etymologische Verbindung zu Aaron. Aber Re/Ra und Horus und Hathor könnten mit Aaron zusammenhängen,

Jawohl, RA ist eine Kurzform von AAR RAA NOS, reduziert auf RAA Ra, der oberste Gott welcher sich in der Sonnenscheibe manfifestiert, Spender des Tageslichtes RAA. Horus ist eine abgeschliffene Form von AAR RAA CA, derjenige welcher aus Luft AAR und Licht RAA besteht im Himmel CA, andere Ableitungen wären muruku im Indus-Tal und der Tamilische Murukan, Während AAR RAA AC, der Himmlische auf der Erde AC in Horachti zugegen ist, Horus am Horizont - Mond und Sonne waren die Augen des Horusfalkes, wenn die Sonne oder der Mond aufgingen oder untergingen, waren sie am Horizont zu sehen, also für kurze Zeit auf der Erde, und dann wurde Horus zu Horachti. Hathor besteht aus Hat Hor(us), Haus des Horus, Hat kommt von KOD für Zelt, Hütte.

womit wir bei der heiligen Kuh wären, mit der ich mich auch seit vier Jahren beschäftige. Habe ich doch gesagt, Sie sind mir unglaublich nahe! :-) Kuh, Sonne, Mutterkult - das ist es und das war es. Aaron und das Goldene Kalb, der aaronische Segen: "Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir."

Das himmlische Angesicht, hoch oben im Himmel, in luftigen Höhen, ein leuchtendes Angesicht, AAR RAA ...

Das Händesymbol bei der Segnung der Gläubigen durch den Kohanim - ein Dreieck, genauer gesagt drei Dreiecke, ein Segenssymbol beim Morgengottesdienst, also ein Symbol der aufgehenden Sonne. Ja, alles ließ sich nicht verdrängen. Nur will man es heute nicht mehr sehen! Dabei ist es so offensichtlich!

Und AMEN: Wissen Sie, was ich dafür für eine Übersetzung habe? ;-) "... Du bist die Mutter." Für die Pünktchen habe ich selbstverständlich auch was und an einer sprachlichen Herleitung habe ich mich ebenfalls versucht.

Mein sprachliches Experiment ergab ABA für Vater und AMA für Mutter, so wäre auch die obige Folgerung möglich. Schade, dass die Frau ihre Zeilen nicht veröffentlicht haben will.

Freundliche Grüsse, Franz Gnaedinger (zum zweitenmal diesen Morgen)

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