Einige Leserbriefe

Leserbriefe veröffentliche ich nach Rücksprache mit der Autorin, dem Autor. Leserbriefe werden auf Bitte der Autorin, des Autors auch wieder gelöscht. Ein E-Mail genügt! Schreibfeder


Leserbrief zu Marie E. P. König

Sehr geehrte Frau Keller,
am Ende Ihrer Website zu Ehren von Marie E.P. König schreiben Sie Ich freue mich auf Ihren Kommentar, Ihre Anregung! also erlaube ich mir ein paar Zeilen (die ich auch einer an theologischen Fragen interessierten Bekannten schicke).

Marie König war und ist sehr wichtig für meine kulturhistorische Arbeit. Vor ein paar Jahren war leider noch gar nichts über sie im Web zu finden, so freue ich mich sehr über Ihren Anlauf. Gerade in diesen Wochen machte ich eine Entdeckung, die Sie möglicherweise auch interessieren könnte: die über 2'000 Quarzit Kulthöhlen der Ile-de-France, die Marie König so einfühlsam interpretierte, waren möglicherweise der Rhea gewidmet, Göttin des Lebens und der fliessenden Zeit und des strömenden Wassers, welche mit ihrer fruchtbaren Präsenz die Welt erfüllt ... Rheas Name ist auch gegenwärtig in Rhone, Reuss und Rhein, während die wunderbaren Felsgravuren der Carschenna oberhalb von Sils und Thusis eines ihrer Heiligtümer in der Schweiz darstellen könnten. Ich stütze mich dabei auf ein Experiment in der Nachfolge von Richard Fester. Sein KALL bedeutet Quelle, verdoppelt in Kallbrunn. Mein modifiziertes KAL bedeutet Höhle, Unterwelt, was Quellen miteinschliesst, denn im Glauben der Alten waren Quellen, Teiche, Sümpfe und Seen mit der Unterwelt verbunden. KAL ist präsent in den Namen von Völkern die Minen betrieben wie zum Beispiel Hellenen Kelten Gallier Helveten. Die Unterwelt war einst ein schöner Ort, Griechisch kallos 'schön', wurde aber zur Hölle mit der Plackerei in den Minen. KAL wäre auch der Name der Kulthöhlen der Ile-de-France gewesen, ebenso für die Quelle der Seine in einem einsamen Tal etwa 35 km nordwestlich von Dijon, während SIG das Wort für Zeichen war. Verbindet man die beiden Wörter, so erhält man die mögliche Urform des Namens der Seine

Alesia befand sich in der Nähe der noch lange in römischer und christlicher Zeit verehrten Quelle der Göttin, welche auch als Heilerin angerufen wurde (zahlreiche Votifgaben im Teich der Quelle). Alesia könnte ursprünglich KAL SIG geheissen haben, Siedlung derjenigen, welche in ihren Höhlen KAL die Göttin der Zeichen SIG verehren

Alesia befindet sich am Fuss des Berges Réa (!) und war das Zentrum des Epona-Kultes. Epona war die Gallo-Römische Pferdegöttin. Sie ritt ein Pferd, begleitet von einem Vogel, einem Fohlen, und einem Hund. Ihre emblematischen Tiere erinnern an jene von Zeus: ein Adler, und Poseidon: ein Pferd, und Hades: ein Hund. Die Mutter von diesen drei Brüdern war niemand anders als Rhea, so dass Epona eine weitere Inkarnation von Rhea sein dürfte, mit dem Fluss verbunden über das Pferd, geschaffen von Poseidon, ursprünglich der Gott der Flüsse ... Das hypothetische KAL SIG hat eine weitere mögliche Ableitung im Namen Volsung

was bedeuten würde, dass die Volsungen der Isländischen Volsunga Saga und Nifelungen des Deutschen Nibelungen- liedes ursprünglich in der Ile-de-France heimisch waren, und dass ihre Barden die Ereignisse vom Uebergang der Steinzeit zum Zeiltalter der Metalle in symbolischer Form festhielten, so wäre das von einem Drachen bewachte Gold das gediegene Gold gewesen, das man früher reichlich in Flussbetten fand (noch heute gibt es Goldwäscher am oberen Rhein). Die Burgundiones, welche vom Nordosten Deutschlands kamen und im fünften nachchristlichen Jahrhundert im nach ihnen benannten Burgund siedelten, würden die alten Gesänge aufgenommen haben, aus denen das spätere Nibelungenlied hervorging, und als die Vikinger Paris im Jahr 945 überfielen, könnten sie dasselbe getan haben, was in der Isländischen Volsunga Saga des 13. Jahrhunderts resultierte ...

Es kommt viel zusammen, was ich hier nur knapp andeuten kann. Sollten Sie daran interessiert sein, so werde ich gerne mehr sagen, als Antwort auf spezifische Fragen. Und besonders würde es mich freuen, wenn Sie Herrn Rainer König, den Sohn Marie Königs, darüber informieren würden, dass das Werk seiner Mutter, von der akademischen Welt leider fast gänzlich ignoriert, aufregende neue Perspektiven eröffnet.
Mit freundlichen Grüssen, Franz Gnaedinger, Zürich, 27.08.2010WEITER.....


Liebe Frau Keller,

Ihre Mail vom Oktober 09 liegt bis heute unbeantwortet, von der großen Flut nach hinten gespült...
Danke für Ihre Rückmeldung und die Aufnahme des Links in Ihre Homepage!

Ihr Aufsatz liegt immer noch lesebereit rechts von meinem Schreibtisch, und darüber schichten sich weitere Papiere und alltäglicher Durchlauf. Will damit nur sagen, ich hab erst angefangen darin zu lesen, werde weiter dranbleiben - und eines Tages Ihnen darauf antworten. Jedenfalls gefällt mir die Art Ihres theologischen Hin-Schauens und Deutens sehr. Da werden Fenster aufgestoßen, und die alten Teppiche hinausgeschafft, worunter ein wunderbarer alter Holzfußboden sichtbar wird.
Es hat solche Tiefe, was Sie schreiben, daß es mich verändert oder gar verwandelt, wenn ich es lese. Das geht nicht nebenbei.

Ihnen weiterhin alles Gute, Glück und Herzensfreude
in dankbarer Verbundenheit
Wolfgang Zeitler, 11.05.2010


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