Schreibfeder Für was brenne ich ich? Das ist hier die Frage

Guten Morgen Frau Esther Keller,

Herzlichen Dank für das Vertrauen!

Gerne will ich aus meiner Sicht beschreiben, was mir im alten und auch neuen Testament aufgefallen ist, dazu möchte ich jedoch nicht zu sehr auf Ihr Gefundenes eingehen, sondern was mir zugefallen ist. Vielleicht entdecken Sie Paralellen? Dazu benutze ich als Ausgangslage den Dialogphilosophen Martin Buber, der auch vom Papstberater Eugen Biser in seinem Buch: Buber für Christen, eine Herausforderung, Freiburg 1988,verdeutlicht wurde: Wie wenn die Sonne sich verfinstert, und wüsste man nicht, dass sie da ist, würde man meinen, es gäbe sie nicht mehr, so ist es in solchen Zeiten. Das Antlitz Gottes ist uns verstellt, und es ist, als müsste die Welt erkalten, der es nicht mehr leuchtet. Aber die Wahrheit ist, dass gerade erst dann die große Umkehr möglich wird, die Gott von uns erwartet, damit die Erlösung, die er uns zudenkt, unser eigne Erlösung werde. Aus Schütz, Verborgenheit Gottes. Martin Bubers Werk - Eine Gesamtdarstellung, Einsiedeln 1975, S. 57f

Doch wie konnte Mose das Antlitz Gottes sehen? Hat er die Grenze überschritten, als er Gott begegnete? Hat er auf der Höhe Gottes gelehrt, wie das Jesus getan hat, als er sagte Ich bin ES? So bleibt die Frage was ist die Erfüllung, als Jesus sagte: Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben. Ich bin nicht gekommen, um sie aufzuheben, sondern um sie zu erfüllen. Mt 5,17f

Wir stellen uns immer Männer vor. Doch Buber meinte mit dem Antlitz Gottes ganz offensichtlich die Frau. Denn sie ist für ihn die wahre Natur, wie wir hier deutlichinGog und Magog, Heidelberg 1949, S. 298f erkennen: ...vom Scheitel bisin einen schwarzen Schleier gehüllt. Nur die Füße waren nackt, und durch den Rest der Lache, in dem sie standen, waren zu sehen, dass Staub, wie von einer Wanderschaft auf der Landstraße, sie bedeckte, dazwischen aber erschienen blutende Wunden. Die Frau sprach: Ich bin ermattet, denn ihr habt mich gehetzt. Ich bin siech, denn ihr habt mich gepeinigt. Ich bin beschämt, denn ihr verleugnet mich. Ihr seid der Zwingherr, der mich in der Verbannung hält. Wenn ihr einander feind seit, hetzt ihr mich. Wenn ihr einander verleugnet, verleugnet ihr mich. Jeder von euch verbannt seine Gefährten, und so verbannt ihr mitsammen mich ...Ich bin in Wahrheit bei euch. Wähne nicht, meine Stirn entsende himmlische Strahlen. Die Glorie ist drüben geblieben.

Mein Gesicht ist das der Kreatur. Sie hob den Schleier vom Gesicht, und er erkannte es.

Welcher Mann überschreitet die Grenzen und erkennt seinen Menschen-Bruder als Bruder, mit dem er nicht in Konkurrenz ist?

Dtn 23,20 Du darfst von deinem Bruder keine Zinsen nehmen: weder Zinsen für Geld noch Zinsen für Getreide noch Zinsen für sonst etwas, wofür man Zinsen nimmt.

Dtn 23,21 Von einem Ausländer darfst du Zinsen nehmen, von deinem Bruder darfst du keine Zinsen nehmen, damit der Herr, dein Gott, dich segnet in allem, was deine Hände schaffen, in dem Land, in das du hineinziehst, um es in Besitz zu nehmen.

Hier wird durch Jesus sichtbar, er überschreitet die Grenzen, es geht ihm um mehr Gerechtigkeit nicht um weniger. So sagt er mit Mt 5,20 Wenn eure Gerechtigkeit nicht weit größer ist als die der Schriftgelehrten und Pharisäer, werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen.

Nun kommen wir diesem Prozess jedoch nicht näher, wenn wir das alte Testament missionieren müssen, es ist nur zu sehen, was hat Jesus als verlorener Sohn mit Abel als verlorenem Sohn gemeinsam? Sie wurden von den daheimgebliebenen Söhnen getötet. Und deshalb ist der Bruderzwist noch nicht erlöst. Doch der verlorene Sohn kehrt zum daheimgebliebenen Sohn und seinem Vater zurück, um zu zeigen, wie Geist und Leib verbunden ist, und hier wird etwas deutlich. Das der Mensch Jesus das Weibliche darstellte, wenn er sagte: Ich bin der Weinstock, ihr seit die Reben .Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun. Johannes 15:5 Ist hier nicht die Doppeldeutung von Christus als Gott, und die Mutter als Gebärende erkennbar? Müssen wir nicht zwischen dem Sohn Gottes, der uns als Bruder sieht und Christus als Gott in uns unterscheiden? Es gehtum das Überschreiten von Grenzen, und da wurde mir deutlich, dass der Daheimgebliebene das nicht tut, und dadurch nicht erwachsen werden konnte. Erst wer von der Familie verstoßen wurde, oder sich aus deren Bannkreis gelöst hat, hat die Grenze gesprengt, oder wie esin Ps :18,30 steht: Du, Herr, lässt meine Leuchte erstrahlen, mein Gott macht meine Finsternis hell. Mit dir erstürme ich Wälle, mit meinem Gott überspringe ich Mauern. Auch deutlich in Matth. 10,34-38 Ich bringe eich nicht den Frieden, sondern das Schwert (Der Erkenntnis)

Wer erstrahlt denn für uns Männer? Martin Buber hierzu, der sich in das Antlitz von Edith Stein verliebt hatte, und somit keine Erfüllung finden konnte: Freiheit oder, wie ihr rechtmäßiger altdeutscher Name ist Freihals - ich liebe ihr aufblitzendes Gesicht: es blitzt aus dem DUNKEL auf und verlischt, aber es hat dein Herz gefeit. Ich bin ihr zugetan, ich bin allzeit bereit um sie mitzukämpfen. ... Ich liebe die Freiheit, aber ich glaube nicht an sie. Wie könnte man an sie sie glauben, wenn man ihr Gesicht gesehen hat! Es ist der Blitz der Alldeutigkeit - der Allmöglichkeit. Um sie kämpfen wir, immer wieder, von jeher, siegreich und vergebens. Buber, Über das Erzieherische in Werke I, 796

Hier wurde für mich deutlich, was die Aussage einer jeden Religion ist. Die Verbindung von Geist und Fleisch wird in ihr, im Antlitz Gottes sichtbar. Er der Mann als Vater, bleibt Diener Gottes, dessen Antlitz sie zeigt, weil sie die Wahrheit und Weisheit ist, ist er der Weg und der Sohn in ihr, den nur sie als Kind gebärt ist christlich Christus, ansonsten das Licht und das Leben. Somit ist das Kreuzzeichen eindeutig.

IM NAMEN DES VATERS UND DES SOHNES UND DES HEILIGEN GEISTES

Also eine Familie, wo die Unschuld der Hingabe erkannt wurde, und dadurch gesehen wird: Niemand kann alleine erlöst werden, und Niemand kann alleine gekreuzigt werden. Die Resonanz der Harmonie erlöst immer wieder die Resonanz der Disharmonie. Von Axel Tigges, 26.09.09

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