Aufsätze zu einer ganzheitlichen Theologie

Esther Keller-Stocker

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10. Wandlung der Libido im Ritus

In diesem Video schliesse ich das Kapitel «Wandlung der Libido» ab (S. 194-215) Auch hier geht es um ein Ritual der australischen Aborigines. Dabei geht C. G. Jung kurz auf die Schwierigkeit des Inzests ein.

C. G. Jung kommt dann auf «die Sprache» zu sprechen, die neben dem Essen in der frühkindlichen Phase beginnt und zeigt, wie aus einer regressiven Situation ein indischer Autor «Sprache, Feuer und Agni» schriftlich festhält. Über «Feuer, Mund, Gott» gibt es auch biblische Belege, etwa der alttestamentliche Gott Jahwe als Feuer speiendes Ungeheuer, der die Erde zerstört.

Das Feuer ist auch Götterbote. Dazu nimmt C. G. Jung den alttestamentlichen Text «Daniel und die drei Männer im Feuerofen».

Feuer in Gestalt des indischen Agni ist Opferer und Geopferter zugleich. Da sieht C. G. Jung Parallelen zu Christus, dessen Blut Erlösung bedeutet, das indische Somagetränk das ewige Leben.

Da die indischen und biblischen Texte betont patriarchalisch sind, gehe ich zunächst an einem Beispiel aus den indischen Upanishaden auf die vom kollektiven Unbewussten stammenden Seelenbildern ein und wie sie im menschlichen, genauer männlichen Bewusstsein bewertet werden. Dann zeige ich am Beispiel des Feuer speienden Jahwes den Einfluss des numinosen Überichs auf das kollektive Ichbewusstsein.

10.1. Funktion des Ritus

C. G. Jung beginnt mit Sigmund Freud, nach dem sexueller Triebverzicht zur Regression führt, weil das übermächtig ältere Männchen die jüngeren nicht an die Weibchen lässt. C. G. Jung ergänzt wohl etwas spöttisch: für die Weibchen sei es die Matronne, die über die Töchter wacht (S. 194).

C. G. Jung zweifelt an dieser These und schreibt: die energetische Spannung innerhalb einer primitiven Gruppe darf nie grösser sein als der Kampf ums Dasein, sonst würde die Gruppe unverzüglich untergehen. So sieht er den Triebverzicht weniger innerhalb der Gruppe als vielmehr in der Aussenwelt. Denn der Frühmensch ist ständig auf Nahrungssuche oder feindlichen Gruppen ausgeliefert: Um den Hunger zu stillen und den Proteinmangel zu beheben muss der Frühmensch und der Primitive auf die Jagd. Zur Jagd benötigt er Wille, Entschlossenheit und Ausdauer. Das heisst, er benötigt psychische Energie. Und diese Energie erhält er aus dem Sexualtrieb, der ihm stets zur Verfügung steht. Als Beispiel nimmt C. G. Jung wieder den Aborigines-Stamm von der Westküste und zitiert Friedrich von Hellwald (1). Dieser schreibt:

Lightning Feather Spirit Family «Lightning Feather Spirit Family», aus pinterest.ch

Einzelne Stämme, wie die Watschandi am Murchisonstrome in Westaustralien, feiern dann ein grosses Fest, das «Kaoro», das in Orgien ausartet. Die Männer umtanzen höchst unflätig eine Grube, die Gebüsch umgiebt, springen mit geschwungenen Speeren und wilden, leidenschaftlichen Gebärden, welche ihre erregte Sinnlichkeit verraten, umher und stossen die Speere in die Grube unter Absingung des Liedes:

Pulli nira, pulli nira, Pulli nira, wataka

Anm. 261 : Non fossa, non fossa, Non fossa, sed cunnus
Nicht ein Graben, kein Graben, ist ein Graben nicht, aber die Vulva.

Die Möglichkeit der Aborigines zum begehrten Fleisch zu kommen, ist es im Rhythmus, Musik und Tanz sexuelle Energie auf Jagdenergie überzuleiten. Im Tanz wird der Instinkt beschränkt oder gehemmt, so entsteht eine Aufstauung und Regression derselben; genauer gesagt: wird etwa Sexualität gestaut, verlässt die Energie der Sexualität und belebt eine andere Funktion, etwa den Durchhaltewillen bei der Jagd (S. 201).

Regression in frühkindlicher Phase

Im Ritus gelangt die Regression der Libido in die frühkindliche Phase, die geprägt ist von der Abhängigkeit der Mutter. Der einzelne Jäger wird damit mit der eigenen Mutter konfrontiert und gleichzeitig mit dem Tabu des Inzests. Um dem Stau dieser inzestuöse Situation zu entweichen, wird sie im besten Falle als psychische Energie gegen alle Mühen und Hindernisse des Jagens eingesetzt. - Mit der Wandlung von einer Energieform in die andere, bleibt aber der Charakter der ursprünglichen Energie an der neuen haften. So erinnert der Tanz der Aborigines an einen Sexualakt, ist aber eine magische Handlung (S. 201f.).

Beim rituell hergestellten sexuellen Triebverzicht handelt es sich um das Verbot des Inzests. Stattdessen ist beim Frühmenschen und Primitiven die Kusin-Kusine-Heirat weit verbreitet.

Die Gruppe gewinnt (dadurch) innere Verfestigung, Ausbreitungsmöglichkeit und damit grössere Sicherheit. (S. 194)

Doch es sind nicht nur die äusseren Gefahren des Daseins, die den Primitiven in Angst und Schrecken versetzen, sondern noch viel mehr die innere Wirklichkeit. Dazu schreibt C. G. Jung:

das heisst die Welt der Träume, Totengeister, Dämonen, Götter und last but not least der Zauberer und die Hexen, obschon unser Rationalismus diese Angstquelle dadurch zu verstopfen glaubt, dass er auf deren Unwirklichkeit hinweist. Es handelt sich aber um innere psychische Wirklichkeiten, deren irrationaler Natur mit Vernunftsgründen nicht beizukommen ist.

Aborigines

Australische Eingeborene, die durch Kontakt mit der Zivilisation ihren religiösen Glauben verloren. Dieser Stamm zählt nur noch ein paar hundert Menschen, Bild aus «der Mensch und seine Symbole», S. 95

So kann der westliche Mensch zwar versuchen, die Eingeborenen in die Moderne zu führen. Doch die allgegenwärtige Trinksucht, die moralische Verlotterung und die Hoffnunslosigkeit, der die Aborigines im 20. Jahrhundert ausgesetzt waren, zeigen, dass die westliche Sicht der Dinge nicht den psychischen Realitäten der Einheimischen entspricht.

Und folgert daraus:

Es ist eine psychische Wirklichkeit, genau so unerbittlich und so unüberwindlich wie die Aussenwelt, auch ebenso nützlich und hilfreich wie erstere, wenn man die Mittel und Wege kennt, die Gefahren zu vermeiden und die Schätze zu heben. (S. 198f.)

10.2. Mund, Sprache, Feuer, Götter

10.2.1. Mund und Feuer

Im frühkindlichen Stadium ist der Mund eines Kleinkindes nicht nur Ort der Nahrungsaufnahme sondern auch der Sprache. So zitiert C. G. Jung zu «Mund und Sprache» einen entsprechenden Text aus der indischen Aitareya Upanishad:

Ei und Schlange
Welt-Ei-Brahman von Jacob Bryant, 1774 aus wikimedia

Da holte er (Atman) aus den Wassern einen Purusha (Mann, Urseele hervor und formte ihn. Den bebrütete er; da er ihn bebrütete, spaltete sich sein Mund wie ein Ei, aus dem Mund entsprang die Rede, aus der Rede Agni». (S. 205)

Zu «Mund und Sprache» gibt es auch alttestamentliche Belege. Dazu zitiert er aus der Dankesrede Davids im Alten Testament. Hier wird Jahwes Mund als «verzehrendes Feuer» bezeichnet:

Da wankte und schwankte die Erde, und die Grundfesten des Himmels erbebten; sie wankten, denn er war zornentbrannt. Rauch stieg auf in seiner Nase, Feuer frass aus seinem Mund, Kohlen brannten aus ihm heraus. Er neigte den Himmel und fuhr herab, Wolkendunkel unter seinen Füssen. (II. Sam. 22,8f.) (S. 205).

Brand in Australien «Brand in Australien», aus faz.net

Und betont:

Immer wieder wird das Feuer «verzehrend, «fressend» genannt, was auf die Funktion des Mundes hinweist.

Und zitiert Jesaja:

Durch den Grimm des Herrn der Heerscharen wurde das Land verbrannt, und das Volk ward wie vom Frass des Feuers» (Jes. 9,19) (S. 206).

Als positiven Beleg für «Feuer und Sprache» fügt er aus dem Neuen Testament das Pfingstereignis aus der Apostelgeschichte an:

Und es erschienen ihnen Zungen, die sich zerteilten, wie von Feuer … Und sie wurden alle mit dem heiligen Geist erfüllt und fingen an, in anderen Zungen zu reden. (Apg. 2,3ff.)

Oder im neutestamentlichen Jakobusbrief heisst es dann wieder im zerstörerischen Sinne:

Auch die Zunge ist ein Feuer. Als die Welt der Ungerechtigkeit erweist sich die Zunge unter unsern Gliedern, sie, die den ganzen Leib befleckt und den Kreis des Lebens in Brand steckt und von der Hölle in Brand gesteckt wird (Jak. 3,6).

10.2.2. Feuer als Götterbote

In der indischen Literatur ist das Feuer auch der Götterbote und ähnliches wird im alten Testament im Buche Daniels über die drei Männer im Feuerofen berichtet:

Da sprang der König Nebukadnezar entsetzt auf, hob an und sprach zu seinen Räten: haben wir nicht drei Männer gebunden ins Feuer geworfen? Sie antworteten und sprachen zum König: Gewiss, o König! Er erwiderte und sprach: Ich sehe aber vier Männer ohne Fesseln und unversehrt im Feuer umhergehen, und der vierte sieht aus wie ein himmlisches Wesen. (Dan. 3,24f.; S. 210)

Der Vierte im Feuerofen erscheint als Gottessohn, als Manifestation Jahwes als Feuer. In der Biblia pauperum (1471) ist es dann Christus, der die Rolle des Feuer-Jünglings übernimmt. So heisst es da:

Simeon Solomon, Schadrach, Meschach und Abed-Nego Simeon Solomon: Schadrach, Meschach und Abed-Nego (1863), aus wikimedi.org

Man liest in dem propheten Daniel am III c., dass nabucholodonosor der kunig zu babilon liess setzten III kind in ain gluenden ofen und da der kunig kam zu dem ofen und sach hinein da sach er bei den III den vierden der was gleich dem sun gotz. Die drey bedeuten uns die heiligen drivaltigkeit in den person und der viert ainigkeit des wesen. Also Christus in seiner erclarung bezaichnet er die Drivaltigkeit der person und die ainigkeit des wesen. [Tafel XII.]

10.2.3. Opferer und Geopferter

C. G. Jung zeigt auf mehreren Seiten, wie «Feuer» in den verschiedensten neuen und alten Sprachen mit Inhalten wie «Sprache, Schönheit, Zeugungskraft, Geist, Magie» etc. in engen Zusammenhang gebracht wird (S. 206ff.) und kommt dann wieder auf den indischen Gott Agni zu sprechen:

Das Sanskritwort für Feuer ist agnis (das lateinische Ignis), das personifizierte Feuer ist der Gott Agni, der göttliche Mittler, dessen Symbol gewisse Berührungen mit christlichen Vorstellungen hat (S. 209).

Dazu zitiert er Max Müller, «Einleitung in die vergleichende Religionswissenschaft:

Es war eine dem Indier geläufige Vorstellung, das Feuer auf dem Altare zugleich als Subject und Object des Opfers zu fassen. Das Feuer verbrannte das Opfer und war somit gleichsam der Priester, das Feuer trug das Opfer zu den Göttern, und war somit Vermittler zwischen Menschen und Göttern; das Feuer stellte aber auch selbst etwas Göttliches, einen Gott vor, und wenn diesem Gotte Ehre erzeugt werden sollte, so war das Feuer sowohl Subject als Object des Opfers. Daher die erste Vorstellung, dass Agni sich selbst opfert, das heisst dass er sein eigenes Opfer für sich selbst darbringt, …. (S. 206)

Subjekt und Objekt, Opferer und Opfer kennt auch das Christentum mit der Passion Jesu. Nach weiteren Beispielen kommt C. G. Jung auf das erlösende Blut Christi (S. 212 Anm. 54) und parallel dazu auf Agnis heiligen Trank der Unsterblichkeit (Soma) zu sprechen: Gleich wie Christus sein erlösendes Blut als ein Unsterblichkeitsmittel im Weine hinterliess, so ist Agni der Soma, der heilige Begeisterungstrank der Unsterblichkeit, das die indischen Götter quirlen wie das Feuer. Oder das Quirlen des Milchozeans, aus dem die Schöpfung entsteht.

Quirlen des Milchozeans Quirlen des Milchozeans, Version vom 15.01.2015, aus wiki.yoga-vidya.de

10.2.4. Ritus des Feuermachens

In alten Erzählungen wird Feuerentfachen immer als einen Raub betrachtet. «Raub» ist ein verbreitetes Motiv, eine schwer erreichende Kostbarkeit zu gewinnen. Vielerorts ist die Feuerbereitung etwas Verbotenes, Usurpiertes oder Strafwürdiges, das meistens nur durch List erreicht werden kann. Um die magische Wirksamkeit des Feuers zu erhalten, mussten früher die Regeln der rituellen Handlungen peinlichst genau beobachtet werden. So hatte der Ritus des Feuerentfachens meist schützende, apotropäische Bedeutung. Mit der Sprache und dem Feuerentfachen hat der Mensch das tierische Unbewusste überwunden und durch Riten gesichert. Doch nicht autorisiertes Ausüben oder nicht konzentriertes Anwenden der Riten konnten zur Gefahr werden, regressiv in die tierische Unbewusstheit zurückzufallen. Dabei vermehrt die Rückstauung der Libido die Triebhaftigkeit und belebt Neigungen zu Exzessen und Abirrungen. Als Beispiel beschreibt er einen Brandstifter, der beim Brand grosse sexuelle Lust empfindet.

10.3. Patriarchale Werte

10.3.1. Grosser Vater übernimmt Motive der Grossen Mutter

Die hier verwendeten Zitate setzen ein männliches Ich voraus, das in der Regression die frühkindliche Phase erlebt. Mit der Regression wird aber gleichzeitig das kollektive Unbewusste aktiviert – wie C. G. Jung anfangs des Buches erwähnt und hier wohl voraussetzt. Dabei geht C. G. Jung fraglos von einem patriarchalen Ursprung der erwähnten menschlichen Errungenschaften aus und belegt diese mit patriarchalen Schriften wie die Aitareya Upanishad oder der Bibel. Doch diese Schriften sind menschheitsgeschichtlich gesehen sehr jung und fallen in die betont patriarchale Zeit, die nach der Eiszeit um 10’000 v. Chr. begann : Die Upanishaden entstanden zwischen 1’000 und 500 v. Chr., das Alte Testament in der 2. Hälfte des 1. Jahrtausends v. Chr. und das Neue Testament bekanntlich im 1. Jahrtausend nach Chr.

Wie C. G. Jung in diesem Buch bereits erläutert hatte, kommen durch die Regression des Ichs auch historische Fragmente aus dem kollektiven Unbewussten ins menschliche Bewusstsein. Doch wie diese gewertet werden, hängt vom aktuellen Ichbewusstsein ab. D.h. in einer patriarchal geprägten Gesellschaft werden historische Fragmente aus dem kollektiven Unbewussten automatisch patriarchal gedeutet. Und das gilt im besonderen für die von C. G. Jung zitierten Texten.

Als Beispiel nehmen wir den hier zitierten indischen Vers von Atman (Selbst, Lebenshauch), der einen Purusha (Mann, Person, Urseele) aus dem Wasser hervorholt und ihn formt. Mit «formen» ist die Tätigkeit des Grossen Vaters als «Ewiger Macher» gemeint. Doch Purusha muss noch bebrütet werden. «Bebrüten» steht psychologisch für das Mütterliche. Purusha soll von der Grossen Mutter in Gestalt eines Vogels bebrütet werden. Doch die «Geburt» des Eis resp. des Kindes findet nicht aus dem mütterlichen Unterleib statt sondern «oben» im Gesicht des Atmans (Lebenshauch). Der «spaltende Mund» ist nun nicht mehr die Grösse, die das Ei gebiert, sondern selber «wie ein Ei». Und aus dem Mund spricht die Rede! - Doch dann durch die Rede kommt das Verdrängte zum Vorschein, nämlich das Produkt der Geburt, der SOHN AGNI.

Symbolik der Grossen Mutter
Bebrütet das Ei
Die Vagina öffnet sich
heraus kommt das Ei resp. das Kind (Agni)
Symbolik des Grossen Vaters
Bebrütet den bereits geformten Purusha
Der Mund spaltet sich
Aus dem Mund entspringt die Rede, aus der Rede Agni

10.3.2. Jahwe als numinoses Über-Ich

Aus den erwähnten biblischen Texten zitiert C. G. Jung den zerstörischen Aspekt von «Feuer, Mund, Jahwe». Wie Horst E. Richter und Alfred Adler gezeigt haben, repräsentiert der biblische Gott das numinose Über-Ich des westlichen Menschen, der Feuer speiende zerstörerische Aspekt dieses Gottes zeigt demnach das zerstörerische Potential unseres kollektiven Ich-Komplexes, der die Erde zerstört. Dabei ist «die Erde» in unserer Psychologie symbolisch als Mutter Erde erfahren. Eine konkrete reale Folge ist der durch unsere energiegeladene Unruhe entstandenen Klimawandel: Wenn ich an Australien denke, wo ich mit meinem Mann 2018 war, da gab es riesige Urwälder:

Cairns Urwald, 2018, Bild ek

Cairns 2018, Bild ek

Brisbane, 2018, Bild ek

Brisbane, 2018, Bild ek

Blue Mountains, 2018, Bild ek

Blue Mountains, Sidney, 2018, Bild ek

Brand in Australien

Folge der Klimaerwärmung in Australien 2019/20

Literaturhinweis

  1. Friedrich von Hellwald, Die menschliche Familie nach ihrer Entstehung und natürlichen Einwicklung, 1889, S. 85, aus gutenberg.org
  2. Vgl. «Mächtige Männer – ohnmächtige Frauen?» aus Terra-X
  3. Vgl. wiki-yoga.de
  4. Horst E. Richter, «der Gotteskomplex»; Alfred Adler, «Über den nervösen Charakter»

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Text und Design: Esther Keller-Stocker, Schweiz, 04. Mai 2021

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